20. Oktober 2021
Wirtschaftsrat bedauert Rücktritt von Bundesbankpräsident Jens Weidmann
Wolfgang Steiger: Eine der wichtigsten, kompetentesten und glaubwürdigsten Stimmen eines stabilitätsorientierten Kurses geht damit verloren

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. bedauert den Rücktritt von Bundesbankpräsident Jens Weidmann. „Das ist eine schlechte Nachricht für Deutschland und Europa“, sagt der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger. „Eine der wichtigsten, kompetentesten und glaubwürdigsten Stimmen eines stabilitätsorientierten Kurses geht damit verloren. Vertrauen ist das kostbarste Gut einer jeden Notenbank. Die Bundesbank hat sich dieses Vertrauen in Deutschland hart erarbeitet. Die Menschen verbinden mit ihr Standhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Dieses Bild hat Jens Weidmann über zehn Jahre eindrucksvoll personifiziert und allen Versuchungen zum Trotz einen festen Wertekanon verteidigt“, so Wolfgang Steiger Weiter.

Weidmanns Rücktritt wertet der Wirtschaftsrat als besonderes Alarmsignal für alle, die Sorge haben, dass eine immer stärkere Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik den Zusammenhalt der europäischen Gemeinschaft und die Stabilität des Euro gefährdet. „Es kann kein Dauerzustand sein, dass die EZB die Defizite der Währungsunion kompensiert, indem sie sich immer stärker auf politisches Terrain begibt und immer mehr Staatsanleihen der Mitgliedsländer kauft“, mahnt Wolfgang Steiger. „Weidmanns Warnung, ,perspektivische Inflationsgefahren nicht aus dem Blick zu verlieren‘, spricht vielen Menschen gerade in diesen Tagen aus der Seele. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur die Bundesbank ein Bollwerk gegen eine verantwortungslose Geldpolitik bleibt, sondern dass der nächste deutsche Finanzminister wieder eine stärkere Vorbildfunktion einnimmt und einen Kurs der finanziellen Nachhaltigkeit einschlägt. Hier ist insbesondere die FDP gefordert.“